Du befindest Dich hier: home / Tipps & Tricks / Rob's Sinnbilder

Rob`s Sinnbilder

1. Gehirnvernetzung

 

Ein Bote muss von einer Stadt zur anderen. Dort war vor ihm noch nie ein Bote. Er weiß nur grob die Richtung und schlägt sich quer durchs Feld bis er schließlich nach Umwegen seine Zielstadt erreicht. Schon auf dem Rückweg stellt er fest, welche Umwege er hinzu gemacht hat und kürzt ab wo er nur kann.

Immer, wenn der Bote wieder in die selbe Stadt muss, verbessert und verkürzt er den Weg immer mehr, bis er von A nach B absolute Luftlinie, den kürzesten Weg durchs Feld gefunden hat.

Die Route spricht sich rum im Land und da immer mehr Boten den gleichen Trampelpfad von A nach B nehmen, entscheiden die Städte A und B, dass der Weg gepflastert und befestigt wird, damit auch Kutschen und Karren den Weg nutzen können statt im Feld stecken zu bleiben. Irgendwann reicht auch das nicht mehr und die Städte lassen die holprigen Wege vierspurig asphaltieren. So wird aus unserer Straße eine richtige Datenautobahn, auf der sich auch mehrere Boten gleichzeitig überholen und entgegenkommen können.

Wenn man einen neuen Bewegungsablauf lernt oder bei einem bekannten Rhythmus plötzlich versucht, z.B. den linken Fuß mitspielen zu lassen, merkt man manchmal, wie taub oder behindert sich ein Körperglied in seiner neuen Rolle anfühlt. Es ist, als würden die Befehle des Gehirns nicht oder über Umwege viel zu langsam an den linken Fuß z.B. weitergegeben. Man will, aber die Gliedmaßen führen es nicht aus. Erst nach häufiger Wiederholung, reagieren die Glieder halbwegs nach Wunsch. Man merkt, wie der Bote sich den Weg mühsam durchs Feld schlägt, wie er mit häufigerem Üben effektiver und schneller wird und wie nach jahrelangem Training der Datenstrang so ausgebildet ist, dass man neben dem Schlagzeugspielen sogar Zeitung lesen, telefonieren und kopfrechnen gleichzeitig kann.

Übt häufig statt zu lange am Stück. Die Wiederholung machts! Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass sich im Gehirn neue Vernetzungen zwischen den Zentren und Gehirnhälften aufbauen, wenn dem Körper neue Bewegungsabläufe antrainiert werden. Man kann auch unter dem Mikroskop nachmessen, wie sehr ein Datenstrang vernachlässigt oder durch häufige Benutzung gestärkt ist.

So ist zu erklären, warum manchmal bestimmte Dinge beim ersten Versuch absolut nicht funktionieren, wenn man jedoch drüber geschlafen hat, ohne Training der neue Rhythmus plötzlich läuft. Die Verbindung zwischen zwei Zentren im Gehirn musste erst einmal gebaut werden. Deshalb arbeite ich immer an mehreren Baustellen, damit über Nacht mehrere Fähigkeiten sozusagen im Schlaf gedeihen können.

 

2. Das Laubblatt im Wald

 

Ich sag immer: "LANGSAM ÜBEN!". Da hört man jede Note deutlich getrennt von den anderen heraus und merkt jeden Fehler besser. Allerdings ist es auch wichtig, jeden groove eine Weile lang schnell gespielt zu haben. Langsam gespielt funktionieren zwar die Abläufe gut, aber wenn ein Takt mehrere Sekunden dauert, kann man ihn sich nicht so gut merken. Man spricht auch davon, einen groove richtig zu "hören" (verstehen).

Der Sinn ergibt sich oft nur, wenn ein Rhythmus relativ schnell gespielt und immer wiederholt wird. Das ist wie mit einem Wald. Aus großer Entfernung erkennt man sein Ausmaß, seine Grenzen. Doch wenn man mitten drin steht, sieht man nur Bäume ringsum und nicht das Ende und den Anfang des Waldes.

Es ist immer beides interessant: Einen groove schnell zu spielen und den Sinn verstehen oder ihn langsam zu spielen, jeden Ton zu genießen und wirken zu lassen. Bildlich gesprochen ist auch nicht nur das Muster der Wälder interessant, welches man aus der Flugzeugperspektive sieht, auch das Muster der Äste eines Baumes, die Verzweigungen bis hin zum Muster der Adern in einem Laubblatt sind interessant.

 

3. Viel Tee trinken!

 

Viele können komplexe Rhythmen nicht langsam spielen. Wenn man ein hohes Tempo spielt, kommt einem der Tempounterschied zu einem nur wenig langsameren Tempo oft viel größer vor als er ist. Man wird langsamer und langsamer und kann irgendwann nicht mehr langsamer werden, weil man sich ein noch langsameres Tempo einfach nicht vorstellen kann. Auf einer Skala von 1 bis 10 kommt man aber objektiv von 1 über 1,2 und 1,5 bis 1,7-1,8. Von 2, 5, 10 ist gar keine Rede. Was aber tun, wenn man den Baum vor lauter Blättern und Zweigen nicht erkennt?

Hier das nötige Sinnbild, um euch einen wirklich langsamen Rhythmus vorzustellen: Stellt euch einfach vor, ihr würdet nach jedem einzelnen Schlag Tee trinken gehen und euch inzwischen in Ruhe überlegen, auf welcher Trommel der nächste Schlag gemacht werden muss.

So kann man den schwierigsten Bewegungsablauf spielend leicht machen. Wenn ihr euch immer nur auf einen Schlag konzentrieren braucht, geht ihr der Koordination aus dem Weg. Schneller werden könnt ihr dann immer noch.

 

4. Der Hürdenläufer

 

Wer beim Notenlesen das vorausschauende Lesen lernen will, hat oft das Problem, dass sich im hohen Tempo Fehler einschleichen und es bei besonders schwierigen Zeichen oder Passagen eine gewisse Zeit dauert, bis man sie entschlüsselt hat. Um im Tempo zu bleiben, sollte man mit dem Auge immer zwei bis drei Noten weiterblicken, um sich auf kommende Noten vorzubereiten. Um sich gar nicht erst anzugewöhnen, bei jeder schwierigen Stelle anzuhalten oder langsamer zu werden, ist es wichtig, das angefangene Tempo bis zur letzten Note durchzuhalten.

Im Ernstfall sollte man lernen, Noten wegzulassen oder etwas zu improvisieren, wenn man nicht hinterherkommt. Hauptsache ist, dass ihr im Tempo weiterzählt und wieder einsetzt, wenn ihr wieder wisst, wie man es spielt. Auf gar keinen Fall darf man Noten wiederholen, die man falsch gespielt hat. Schaut nie nach hinten, sonst spielt ihr die darauf folgenden Noten auch falsch. Immer nach vorn blicken und Noten, die euch Probleme machen, früh genug zur Seite legen oder nach Gefühl spielen, um wieder nach vorn blicken zu können.

Ein Hürdenläufer z.B. läuft auch nicht zurück um die Hürde wieder aufzustellen, die er umgerannt hat. Das wichtigste beim Hürdenlauf ist, schnell zu sein. Wer seinen Blick aufrecht zum Ziel richtet, kann viel höher springen, als jemand, der auch die Hürden noch anschaut während er drüber springt. Dabei würde er einen krummen Rücken machen und das behindert das hohe Springen und das schnelle Laufen. Auch wer sein Schrittmuster nach einer Hürde richtet, die schon zwei Meter bevor steht, büßt an Geschwindigkeit ein. Wenn ihr also merkt, dass ihr vor einer Note seid, auf die ihr euch nicht eingestellt habt, lasst sie weg und schaut auf die nächste.